Mit dem GAZ-24 Wolga offerierten die Gorkovsky Avtomobilny Zavod ab 1970 einen optisch deutlich zeitgemäßeren Pkw als den 1956 lancierten GAZ 21. Der Modellzyklus der Ablösung sollte sogar noch erheblich länger dauern.

Der GAZ 24 Wolga war primär nicht für Privatkunden gedacht ©autorild.de

Hatten die GAZ-24 Wolga Prototypen bei ihrer Präsentation 1966 noch modern ausgesehen,

wirkten sie zum verzögerten Start der Großserienfertigung schon etwas angestaubt. Nebensächlich, in den RGW-Staaten strahlte jeder, wenn er der Wolga Limousine oder gar des Kombi irgendwie habhaft werden konnte. Vornehmlich gingen die mit Frontmotor, Hinterradantrieb und Viertakter verglichen mit Trabant, Skoda oder Saporoshez weniger eigenwillig konstruierten Wagen der gehobenen Mittelklasse an Behörden und Betriebe. Die in den Westen gelieferten Scaldia-Wolga M24 glänzten als trinkfeste Benziner und als M24D mit ökonomischerem Indenor-Selbstzünder mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis, sie boten schlicht viel Auto für wenig Geld. 

Emblemsicherung – den GAZ-Hirsch wildert so schnell keiner ©autorild.de

Modernisierung für den Wolga Oldtimer 

Dieser 1975er GAZ-24 Wolga, der laut Besitzer Ende 1976 erstzugelassen wurde, gehört der ersten Serie an, leicht erkennbar an der hier noch vorhandenen Mittelarmlehne für Fahrer und Beifahrer. Zudem fehlen die ab 1976 montierten Stoßstangenhörner, die gelben Nebelscheinwerfer und die Warzenblinker auf den auf vorderen Kotflügeln. Die neben Braun und Grau in Rot erhältliche Vinyl-Stoff-Ausstattung macht wie der Rest des Interieurs mit noch ungepolstertem Armaturenbrett und eventuell nachgerüsteten Gurten einen hervorragenden Eindruck. Für Unterhaltung sorgte im 280 cm Radstand 474 cm langen, 180 cm breiten und 149 cm hohen Wolga Oldtimer das gerade ausgebaute A271G-Radio russischer Herkunft, das mit automatisch ein- und ausfahrender Antenne protzte. 

Die Mittelarmlehne verlor der Wolga Oldtimer mit der zweiten Serie ©autorild.de

Mit 95 PS galt der Wolga GAZ-24 als Kraftprotz 

Soviel Extraprestige kam den ursprünglichen Fahrgästen gerade recht, denn bei ihnen handelte es sich gemäß Eigner um Staatsdiener in höchster bis allerhöchster Funktion: Zunächst lief der Wolga Oldtimer in Interflug-Diensten in der Ukraine. Aufgrund der gut 20 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 und der 145 km/h Höchstgeschwindigkeit, die der 2,4-l-Reihenvierer mit 97 PS und 185 Nm ermöglichte, sowie der vorgesehenen gemessenen Fahrweise schien auch das Zweikreis-Bremssystem mit vier 11-Zoll-Trommeln nicht unterdimensioniert. Das Fahrwerk des GAZ-24 Wolga war mit Einzelradaufhängung vorn und Starrachse an Längsblattfedern hinten weniger auf Agilität denn Tauglichkeit für nicht erstklassige Straßen ausgelegt – und natürlich das Wohl der staatstragenden Insassen. 

Beim Schriftzug ließ GAZ sich vom Klassenfeind inspirieren ©autorild.de

Bei dem Cremeweiß soll es sich um die Originallackierung des Wolga handeln ©autorild.de

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