Als Coupé-Version des Triumph Spitfire stand der GT6 rasch im Ruf vom „E-Type des kleinen Mannes“. Mit dem Jaguar teilte sich der Triumph GT6 aber nicht nur den großzügig verglasten Kofferraum, sondern auch die sechs Pötte unter der Haube.

Der Sechszylinder des Triumph GT6 erforderte das lange Powerdome ©autorild.de

Der im Juli 1966 lancierte Triumph GT6 Mk1 hatte den Vierzylinder des Spitfire gegen den kräftigeren Zwoliter-Reihensechser aus der potenten Stufenheck-Limousine Vitesse ausgetauscht. Der mit zwei Vergasern bestückte Motor erforderte eine Hutze in der Motorhaube und

mobilisierte im GT6 Mk1 bei 5.000 Umdrehungen 70 kW/95 PS sowie stramme 159 Nm Drehmoment bei 3.000 Touren. Damit rauschte der Triumph Oldtimer in respektablen 12 Sekunden von 0 auf 96 km/h und hängte mit 171 km/h Spitze auch den engen Rivalen MG MGB GT ab, der nur mit einem Vierzylinder aufwartete. Wie beim Triumph Herald ließ sich am GT6 zu Wartungszwecken der komplette Vorderwagen wegklappen.

Den Triumph-Schriftzug krönen stilisierte Flügel ©autorild.de

Der Triumph GT6 war nichts für Unbedarfte

Fahrdynamisch war der GT6 Mk1 keineswegs über alle Zweifel erhoben – seine hintere Schwingachse sorgte im gemächlichen Triumph Herald für Schulterzucken, im Spitfire für hochgezogene Augenbrauen und im GT6 für Schweißausbrüche. Auch wenn Triumph dem zusätzlichen Gewicht des großen Motors mit steiferen Federn Rechnung tragen wollte, verlangte der Wagen beim Gaswegnehmen im Kurvenscheitelpunkt dem Fahrer alles ab. Die Kunden störten sich aber kaum dran und überrannten die Showrooms der Triumph Händler: Bis September 1968 fand die erste Baureihe 15.818 Käufer, das erreichte keine der beiden Nachfolge-Generationen des Triumph GT6, die zudem länger vom Band liefen. 

Die mittig ungeteilte GT6-Front mit großem Grill hatte der Triumph Spitfire nie ©autorild.de

Eine Automatik kam beim GT6 nicht in Frage

Im Triumph Sportwagen oblag die Kraftübertragung an die Hinterachse selbstverständlich einer viergang-Handschaltung; optional gab es nicht etwa eine Automatik, sondern lediglich einen Overdrive. Gegen Aufpreis rollte der bei 213 cm Radstand 372 cm lange, 145 cm breite und 119 cm hohe GT6 Mk1 auch mit Rückbank zum Kunden, der so seine kleinen Kinder – für größeren Nachwuchs langte der Platz nicht – schon mal ans Leben auf der Überholspur gewöhnen könnte. Und auch an eine gediegene Ausstattung, denn im Triumph GT6 zementierte der Hersteller mit Annehmlichkeiten wie einem voll instrumentierten Echtholz-Armaturenträger, Teppich sowie zahlreichen Extras seinen gehobenen Anspruch.

Hebel auf, Front wegklappen, und der Motor vom Triumph Oldtimer liegt frei ©autorild.de

Der Triumph GT6 scheint gut in Schuss 

Unser GT6-Fotomodell macht einen properen Eindruck – Rost oder Dellen finden sich im strahlend roten Blechkleid nicht, und auch der Innenraum wirkt sehr gepflegt. Sogar die Spaltmaße wirken halbwegs ordentlich, was gerade bei der Fronthaube keineswegs selbstverständlich ist. Da kann man den Eigentümern nur die Daumen drücken, an ihrem Triumph GT6 noch lange Zeit Freude zu haben. Wozu auch einen E-type, der viel häufiger gebaut wurde?

Der Sechszylinder des Triumph GT6 erforderte das lange Powerdome ©autorild.de

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