Oldtimer

Als der Mercury Cougar im Modelljahr 1967 auf den Markt kam, beeindruckte er mit seinem Remington-Grill und überhaupt geschmackvoller Linienführung. Auch der Mercury Motor wusste zu überzeugen.

Mercury Cougar mit zugekniffenen Augen ©autorild.de
Der Mercury Cougarwar als Ford Mustang für Besserverdienende durchaus gefragt, wenngleich auch freilich nicht so stark wie das günstigere Original. Dem Pony Car fehlte einfach die Muscle Car-Attitüde: Es konnte als zwar Cougar XR-7 oder Eliminator durchaus zuschlagen, doch sobald auf dem Luftfilter vom Mercury Motor „289“ prangte, musste überragende Sportlichkeit anderswo gesucht werden. Akustisch gibt es an dem V8 Small Block nicht zu auszusetzen – doch wie heißt es immer: There’s no replacement for displacement. Der 302er oder 351er wäre allerdings eine Möglichkeit.

Der Citroen HY stellte in der Nachkriegszeit eines der wichtigsten Citroen Modelle dar. Schließlich gab es für den Citroen Oldtimer einiges aufzubauen.


Citroen Typ H – der Citroen Oldtimer führte das fort, was die Junkers Ju 52 – allerdings im Luftfahrtsektor – verbreitet hatte: eine Wellblech-Außenhaut. Die war enorm stabil; somit konnte auf gewichtssteigernde Verstärkungen größtenteils verzichtet werden. Die  identitätsstiftende Optik gab es gratis mit dazu. Damit wies der Citroen HY zeitlose Tugenden auf, die ihm ein in Autokreisen immenses Alter bescherte.

Der MGB GT strafte alle jenen lügen, die da behaupteten, dass ein sportliches Auto dachlos zu sein habe: Der MG MGB mit Stoffverdeck war acht km/h langsamer.

Dem MGB GT gelang sowieso beinahe alles besser, was sein Oben ohne-Bruder wenig galant, doch knorrig-solide erledigte: Obgleich ein wenig schwerer, machte das MG Coupe acht km/h mehr Spitzengeschwindigkeit als der offene MG MGB – 168 Sachen standen final auf dem Tacho. Zudem profitierte der MGB GT durch den geschlossenen Aufbau in punkto Karosserie-Steifigkeit und Gewichtsverteilung. Nur bei der Beschleunigung hatte der MG Roadster mit 11 Sekunden geringfügig die klassische Sportwagen-Nase vorn. Das war zur Markteinführung mehr als ordentlich, zur Produktionseinstellung 1980 immer noch akzeptabel.

Der Ford Taunus stand schon vor Taunus 15M und Taunus 17M für Qualität in der Mittelklasse. Dass Taunus Ford ab 1968 nicht mehr als einziger Name zur Verfügung stand, änderte daran nichts.

Dem Ford Taunus brachte das nur wenig Neuerungen – er war ab 1971 als Knudsen Taunus, benannt nach dem gewechselten GM-Mann Bunkie Knudsen, weiterhin für die untere Mittelklasse zuständig. Das Granada-Consul-Gespann ersetzte den Taunus 20M und Taunus 26M eine Stufe höher.

Wer in den frühen 70er Jahren seinen Sinn für Avantgarde zeigen wollte, war mit einem Lancia Beta gut beraten. Besonders dann, wenn man sich für das Lancia Beta Coupe entschied.

Der Lancia Beta schaffte es rasch, sich den wenig vorteilhaften Ruf einer üblen Rostlaube anzueignen, doch galt dieser Makel für die fünftürige Limousine. Unser Fotomodell Lancia Beta Coupe war wie der Shooting Brake Beta HPE und der Beta Spider weit weniger betroffen. Dieses Beta Coupe dürfte der zweiten Serie angehören; in jedem Fall weist es das metallene Schild am Heck als 2000er-Version aus, die es erst ab 1975 gab. Die Außenspiegel und Entlüftungsgitter aus Kunststoff deuten allerdings auf die spätere FL2-Version hin.

Der Mercedes 300 SE der Baureihe W112 stellte in den 60er-Jahren einen echten Grund zum Neid unter Nachbarn dar. Schlimmer wurde es nur, handelte es sich um einen Zweitürer, das Mercedes 300 SE Coupe.

Mercedes 300 SE Coupe ©autorild.de

Dieser Mercedes 300 SE steht schon seit mehreren Jahren an diesem Platz. Einstweilig bekam der Klassiker eine Tieferlegung an der Vorderachse verpasst, die dem verblichenen Superstar von Mercedes-Benz einen adretten Schuss Aggressivität verpasste. Doch offenbar wurde das an Vertretern dieser Baureihe eher ungewöhnliche Mercedes-Tuning rückgängig gemacht oder aber der Reihensechszylinder aus dem Motorraum entfernt. Denn wie man sieht, steht der begehrenswerte Mercedes Benz SE mit Hochkühler wieder waagerecht auf dem Asphalt.

Diesem Opel Commodore B Coupe fehlt es an nichts – gut, Tieferlegung, Rennstreifen oder gar ein stattliches Opel-Tuning mit Corvette V8 würden dem Coupe schon gut zu Gesicht stehen.

Dabei geht es diesem Opel Commodore prächtig: kaum sichtbarer Rost, hübsche zeitgenössische Rad-Reifen-Kombination. Das Sportcoupe der 70er Jahre war, als der Opel-Blitz noch für Zuverlässigkeit, gutes Design und Heckantrieb stand, eine echte Ansage und von Image und Positionierung fast wie ein heutiger Mercedes CLK: kraftvoll, laufruhig und komfortabel ausgestattet. Speziell der cleane Fuselage-Look, der auch den Kadett C zum Weltauto befähigte, machte den Commo B zum Sportwagen für den gut verdienenden Mittelstand – angesichts seines Durstes hat sich daran nicht viel geändert.

Als der 912 Porsche-Sportwagen einer breiteren Schicht zugänglich machen sollte, kam er auf Automarkt mit rund 30.000 Verkäufen gut an. Sogar die Polizei bestellte das Porsche Coupe.


Dem gezeigten Porsche 912 gereicht dies um so mehr zum seltenen Klassiker. Mercedes machte das Konzept von zwei Motoren unter einer – weitestgehend – gleichen Karosserie mit der großen und kleinen Heckflosse vor. Im besseren Bruder 911 röhrte der Sechszylinder-Boxermotor im Heck, während sich der Fahrer vom günstigeren Porsche Coupe 912 mit einem 1.6 l großen und 90 PS starken Vierzylinder aus dem in Ehre gereiften Porsche 356 zufrieden gab.

Ist jener Ford Escort II wirklich ein Kompaktwagen vom Feinsten? Aber ja doch, der Nachfolger vom Knochen-Escort bietet das, was es heutzutage abseits vom 1er Bmw in dieser Klasse nicht gibt: Heckantrieb.


Vorliegender Ford Escort ist allerdings weit davon entfernt, im Motorsport Pokale einzuheimsen. Dazu geht dem Kent 1.3 Motor mit maximal 71 PS dann doch zu schnell die Puste aus. Immerhin steckt nicht der blutarme 1.1 mit ganzen 44 PS unter der bemerkenswert großen Motorhaube vom Ford Escort II. Doch auf winterlichen Straßen reicht es zum spontanen Drift – dem Blattfeder-Fahrwerk und den Reifen im Trennscheiben Format sei Dank! Für ernsthafte sportliche Ambitionen stellt der Escort RS 2000 hier klar das Modell der Wahl dar.


Beim Ford Escort Service für den Escort-Service sparen

Der Ford Escort Service fällt knapp aus – Was soll auch groß kaputtgehen? Die Starrachse und die insgesamt robuste Bauerntechnik wohl kaum, eher noch die rostanfällige Karosserie. Ganz wie beim Opel-Mitbewerber Kadett C. Hier holte der VW Käfer auf, was er in Sachen Kofferraum und Modernität missen ließ, Doch auch das Blechkleid ist bei unserem Fotomodell äußerlich gut in Schuss. Knausern kann der Ford Escort II ja ohnehin prächtig, hier zeigte die erste Ölkrise Nachwirkungen. Überhaupt hilft das geringe Gewicht von unter 900 kg dem Kompaktwagen enorm beim Benzin Sparen – Was wiegt die Kompaktklasse heute doch gleich?

Ford Escort Mk II: her mit Breitreifen und Ghia-Felgen

An diesem Ford Escort Mk II ist die Innenausstattung ohnehin ein Hingucker: Blindstopfen am Armaturenbrett, wohin das Auge reicht, was speziell beim fehlenden Drehzahlmesser skurril wirkt. Dass die schmucklosen Stahlfelgen am Escort Ford kaum in den Ruin stürzten, ist einleuchtend; trotzdem wünschen wir dem Besitzer für den Sommer einen Satz Breitreifen auf Ghia-Sportfelgen. Und dazu einen Taunus 2.0 V6? Zerstört zwar den Sparcharakter vom Ford Escort, doch würde dieser Motor den 4m-Winzling in einen respektablen Cruiser verwandeln.