Anlässlich der Eröffnung der Porsche-Ausstellung „Faszination Sportwagen – The Future of Performance“ im Volkswagen DRIVE Forum in Berlin bestand die Möglichkeit, eine exquisite Rarität näher kennen zu lernen – den Porsche 718 RS 60.

 

Der Porsche 718 mit seinem Vierzylinder-Boxer bot sich verständlicherweise als Namensgeber für die neue Boxster-Ausführung an,

die mit den neuen Turbo-Vierzylindern auch die ruhreichen drei Zahlen vorangestellt bekamen. In der Tat hatte der Porsche Oldtimer in den Sportwagenwelt- und Bergeuropameisterschaften so etliches an Edelmetall eingefahren und auch mal ein Gastspiel in Formel 2 und  Formel 1 gegeben. Und in ebenjenem Vorbild der Neuauflage, dem Porsche 718 RS Spyder von 1960, war es nun möglich, die Passenten auf der Friedrichstraße und Unter den Linden mal gehörig vom Smartphone-Bildschirm wegzuscheuchen. Doch wenn das Telefon schon gerade zur Hand ist, machen wir doch rasch ein Filmchen oder ein paar Bilder, entschied so mancher.

 

Grobmotoriker haben im Porsche Oldtimer nichts verloren

Komfort stand anders als beim neuen 718 nicht im Lastenheft, der gebläsegekühlte 718 RS 60 Spyder hatte als Rennwagen wettbewerbsfähig und sonst nichts zu sein. Also: Gitterohrrahmen mit dünner Aluhaut, aber immerhin Schalensitze mit roten Lederbezügen. Auf die gilt es sich beim Einsteigen über die einzig zur Reglementerfüllung vorhandenen Tür durchzuringen draufzustellen, Fußkontakt mit dem filigranen Bodenblech ist tabu. Neben einem großen Drehzahlmesser und zwei Uhren für Öldruck und -temperatur zur Kontrolle des Sechzehnhunderters finden diverse Schalter und der Sicherungskasten im Armaturenträger Platz. Sogar Hosenträgergurte und verhaltenen Polsterungen sind an Bord Damit dürfte das Gewicht bei 710, 720 kg liegen. Inklusive zweier erwachsener Insassen. 

 

Der Porsche 718 RS 60 Spyder will hochgejubelt werden

Gegen die leichten Porsche Modelle war angesichts von vier gewonnen Bergmeisterschaften kaum ein Kraut gewachsen, und auch fast 60 Jahre später begeistert der mittlerweile warmgelaufene Mittelmotor vom 718 RS 60 Spyder – man erkennt es am sinkenden Öldruck – durch ungeheuren Vorwärtsdrang. Der geht mit nahezu obszönem Gebrüll aus der imposanten Vier-in-eins-Renntüte einher, liegt doch das maximale Drehmoment von 147 Nm erst bei 7.000 Touren an, die Nennleistung von 118 kW/160 PS gar bei derer 7.800. Heute sollte es offenbar gesitteter vonstatten gehen, der rote Bereich wurde auf etwa 6.500 Umdrehungen eingestellt. Das heißt: Gar nichts, der Porsche Sypder stürmt höchst aufmerksamkeitserregend von dannen.

 

Der Porsche Rennwagen repräsentiert beachtlichen Wert

Das gerade verzahnte Fünfgang-Renngetriebe des Porsche 718 RS 60 Spyder mit dem ergonomisch gekröpften Schalthebel beengt nicht nur den Beifahrer, sondern gibt durch gut vernehmbares Rucken auch tadellose Rückmeldung über eingerastete Gänge. Die Beschleunigung ist schlichtweg beeindruckend, das Spitzentempo von 260 km/h glaubhaft, wenn auch gleichzeitig beängstigend. Die Höchstgeschwindigkeit wurde wie auch die Kurvenlage im Berliner Stadtverkehr freilich nicht überprüft. Dafür ist der Führerschein wie auch der mit mehrere Millionen Euro veranschlagte Porsche Oldtimer – ist schließlich ein Original und kein Nachbau – viel zu wertvoll. Daher übernahm auch Porsche-Mann Kuno Werner das Steuer. Kein Problem. Gänsehaut stellte sich so oder so ein.    

  

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