1959 zum eigenständigen Modell befördert, fungierte der Plymouth Fury als Topmodell der Brot-und Butter-Division der Chrysler Corporation. Ein Arme-Leute-Auto war der Fury 1960 dennoch nicht – ganz im Gegenteil.

Die Twotone-Lackierung steht dem Plymouth Hardtop Coupé bestens ©autorild.de

Auch wenn Plymouth damit angab, war der dahingehend neu konstruierte Fury keineswegs das einzige Auto seiner Klasse mit selbsttragender Karosserie – der Rambler Ambassador wies ebenfalls eine auf, doch

verkaufte sich der nur etwa halb so gut. Was fanden 55.487 Kunden, von denen 18.079 das 2door-Hardtop wählten, nun am Mopar so dolle? Die Broschüre wusste es: „Der Fury wird besonders stark junggebliebenen Menschen jeden Alters ansprechen, weil er wie ein vergnügliches Auto aussieht und auch ein vergnügliches Auto ist.  Er hat Schwung, er hat Elan, er hat ein zeitlos gutes Aussehen. Er geht ab.“ Ja, scharf sah er aus, der in Plum Red Poly und Oyster White gespritzte Plymouth Oldtimer mit dem 1957 eingeführten Forward-Look, der GM und Ford teilweise ganz schön alt aussehen ließ.  

Gegenüber 1959 kam der Grill vom Fury 1960 feiner gegittert und unten stark gepfeilt ©autorild.de

Fehlende Leistung war für den Plymouth Oldtimer kein Thema

Vorliegenden Plymouth Fury befeuert ein V8, suggeriert das Kotflügelemblem. Zur Wahl standen der Fury V-800 mit 230 hp und 461 Nm, der Fury V-800 Super Pak mit 260 hp und 468 Nm, der Golden Commando 395 mit 305 hp und 536 Nm sowie der Sonoramic Commando mit 330 hp und 624 Nm. Welcher dieser 5,2 bis 6,3 Liter messenden Motoren hier auch arbeiten mag, seine Kraft überträgt er anhand der dreistufigen Torqueflite an die starre Hinterachse. Die hängt konventionell an Blattfedern, während vorn die Chrysler-typisch Drehstäbe statt Spiralfedern Verwendung finden. Das trugen die Vorjahresmodelle auch, doch gegenüber deren halbwegs gerade verlaufenden Flossen hatten die des 1960er Plymouth einen kräftigen Knick, während die vorderen Radläufe neuerdings skulptural ausgeformt waren. 

55.487 Kunden ließen sich vom Plymouth Fury 1960 überzeugen ©autorild.de

Die Jetsons hätten das Fury-Interieur geliebt

Auch innen war der Plymouth Fury 1960 eine Klasse für sich. Wie wäre es mit dem ohne optionale Servolenkung nicht erhältlichen rund-rechteckigen Aero Wheel-Lenkrad? Dem schwebend wirkenden Teleview-Tachometer dahinter? Der nicht minder strengen Symmetrie darunter? Links und rechts fassten die Drucktasten für Automatikgetriebe und Heizung Tankanzeige, Uhr und Wasserthermometer ein; zentral im Armaturenbrett aus gebürstetem Metall logierte das Deluxe-Drucktastenradio. Oder gar die Fury und Sport Suburban vorbehaltenen, zum Ein- und Aussteigen in Richtung Tür drehbaren Einzelsitze? Umsonst gab es davon beim Plymouth-Händler nichts, aber was machte das schon? Dann nahm eben der Preis für den Mittelklasse-Wagen von minimal 2.485 $ noch einmal kräftig zu. 

Aero Wheel, Drucktasten und Symmetrie prägen das Cockpit vom Plymouth Oldtimer ©autorild.de

The solid Plymouth Fury 

Dass der Rückspiegel im Plymouth Oldtimer selbstbewusst aus dem gepolsterten Instrumententräger erwuchs statt vom Dachhimmel des US Cars zu hängen, war angesichts all der Hingucker vom Plymouth Coupé schon fast nebensächlich. Auch der Twin Strut-Außenspiegel war wie auch die anderen Außenspiegel oder die Rückfahrscheinwerfer ein Extra, während die Broschüre freudig auf die serienmäßigen Blinker verwies. Und genauso, wie die Broschüre die neuen Unibodies abschließend beschrieb, nämlich als „Solid Plymouth 1960“, sieht auch unser Fotomodell aus: solide und sicherlich höchst sorgfältig auf Vordermann gebracht.

Das Sport Deck mit angedeutetem Ersatzrad sparte sich der Mopar-Kunde einst ©autorild.de

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