Kürzlich hatten wir im Rahmen der Brand Experience Tour der Kölner Gelegenheit zu einem Ford Mustang Shelby GT350 R Test. Soviel vorweg: Das, was die rote Granate optisch versprach, hielt sie auch.  

Impressionen vom Ford Mustang Shelby GT350 R Test ©autorild.de

Ja, am 526 hp starken Mustang GT 350 R hätte selbst Ferrari-Fan Thomas Magnum wahrscheinlich seine Freude gehabt:

die Rückbank aus Gewichtsgründen eliminiert, keine derangierte Frisur dank festem Dach, enorme Performance bei einem eher hell kreischendem statt dem für US Cars typischen dumpf blubberndem Klangerlebnis. Grund hierfür ist die für einen Ami-V8 ungewöhnliche, für einen Italo-Motor indes keineswegs artfremde Flatplane-Kurbelwelle. Ergebnis: Der klassische Sauger dreht ungemein willig hoch und erreicht seinen roten Bereich bei äußerst achtbaren 8250 Touren. Dass jener aus dem Shelby GT350 bekannte 5.2 Ti-VCT bei aktiviertem Klappenauspuff jeden noch so schüchternen Tritt aus Gas brüllend quittiert, macht es kein bisschen einfacher, ebenjener akustischen Versuchung zu entsagen. 

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Tempolimits erschwerten den Ford Mustang Shelby GT350 R Test

Dass über dem Führerschein beim Ford Mustang Shelby GT350 R Test ziemlich ununterbrochen das Damokles-Schwert schwebte, lag denn auch an der Natur unseres in Race Red lackierten Kraftprotzes, nicht nur die Stimme zu heben, sondern proportional zur auch innen gut vernehmbaren Geräuschentwicklung auch die Tachonadel in Bewegung zu setzten. In Zahlen heißt das: In flotten 3,9 Sekunden schießt das Ford Coupé dank 582 Nm Drehmoment von 0 auf 100 km/h, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 285 Sachen. Da bedurfte es schon zwanghafter Zurückhaltung auf bayerischen Landstraßen, die 8,0 Sekunden für den Spurt von 0 auf 160 nur einmal nachzuprüfen. Alles weitere in Sachen Beschleunigung sollte dann die Viertelmeilenzeit des GT350 R erklären: 11,8 Sekündchen. Der will nicht spielen.

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Leichte Schuhe für den Shelby GT350 R 

Spielen wollte die feiste Brembo-Anlage ebenfalls nicht: Laut Verkehrsregeln überschüssiges Tempo verwandelte sie kraftvoll in Wärme, was Außenstehenden gut in die Nase stieg. Über den vorderen 394-mm- und den hinteren 380-mm-Bremsscheiben saßen nicht irgendwelche sportlich aussehenden Räder, sondern sportlich-leichte 19-Zöller aus Carbon, die rund 18 kg gegenüber vergleichbaren Alus einsparten. Reifenmäßig setzte Ford beim Shelby nicht auf ein amerikanisches, dafür auf ein europäisches Produkt: Michelin Sport Cup 2 Semislicks sorgten für reichlich Traktion. Zumindest auf trockener Straße, eine ins Wasser gefallene Brand Experience Tour der Kölner hätte einen Ford Mustang Shelby GT350 R Test aus Sicherheitsgründen wiederum gänzlich verhindert.

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Unachtsamkeit lässt der Shelby Mustang nicht zu

Sicher kein Lob hat der Geradeauslauf des Shelby GT350 R verdient – der Ford Sportwagen stolperte auf den fetten 305/30 beziehungsweise 315/30 Pneus zielsicher von Spurrille zu Spurrille. Die so exakte wie ultranervöse Lenkung kam dem Einsatz auf öffentlichen Wegen auch in keiner Weise zugute, deutete auf den wenigen schadlosen Etappen beim GT350 R Test aber an, zu welcher Kurvenlage das derzeit heißeste Mustang Coupé fähig ist. Lorbeeren verdiente sich in diesem Zusammenhang das Magne-Ride-Dämpfungssystem mit 1000 Anpassungsvorgängen pro Sekunde. Straff abgestimmt und ohne sonderliche Seitenneigung verhalf es dem Shelby zu einem überaus dynamischen Handling. Ein bei ambitionierter Fahrweise herauskommendes Heck kündigte sich frühzeitig an und ließ sich dann auch unkompliziert parieren. Weiter haben wir es aber lieber nicht getrieben.

Impressionen vom Ford Mustang Shelby GT350 R Test ©autorild.de Impressionen vom Ford Mustang Shelby GT350 R Test ©autorild.de

Dank Shelby mutiert der Ford Sportwagen zum Rennwagen

Das Interieur des Ford Mustang Shelby GT350 R Test kam dem rasanten Anspruch bestens nach: hier und da hübsche Metallakzente, schwarzes Leder, Recaros mit Seitenhalt satt, Zusatzinstrumente, flotter Schaltknauf. Über letzteren ließ sich das Tremec-Getriebe mit sechs Gängen angenehm bedienen, mit etwas Kraft flutschte der Stock nur so durch die Gassen. Nicht vollends zufrieden stellte des unten abgeflachte Sportlenkrad mit roter Ziernaht und ebensolcher 12-Uhr-Markierung: Hier wäre ein komplett in Alcantara gehaltener Kranz wünschenswert, der zudem härter gepolstert und vielleicht auch etwas dicker sein dürfte. Der Verzicht auf Schnickschnack wie Ford SYNC, ein fettes Soundsystem und ein Fußbodenmatte machte den Shelby zum Sonntagsauto erster Kajüte – so die Sonntagsfahrten direkt auf die Piste führen.

 

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