Autos wie der Tiffany entstammten einer Zeit, in der Understatement unbekannt war und Luxusschlitten keineswegs rasant, doch dafür um so auffälliger zu sein hatten.

Die Front vom Tiffany ist recht imposant geraten ©autorild.de
Neo-Classic Cars wie unser Tiffany Coupe wurden in den 60ern eingeführt, um den Kunden ein Fahrzeug im Vorkriegslook zu bieten, ohne ihnen dabei modernere Fahrwerke und zeitgenössische US-Triebwerke vorenthalten zu müssen.

Die Hersteller, zu deren erfolgreichsten Excalibur, Clenet und Zimmer zählten, begannen, klassische Karosserien – typischerweise solche von Mercedes aus den 30er Jahren – recht realitätsgetreu nachzubauen und gingen wie Tiffany später dazu über, Fahrgastzellen von Neuwagen mit langen Motorhauben, Fanfaren, monströsen Kühlergrills, frei stehenden Ersatzrädern und wuchtigen Kotflügeln zu versehen.   
Beim Tiffany Neo-Classic sind tragen auch die Reserveräder echte Speichenfelgen ©autorild.de

Die Tiffany-Technik stammt von Ford

Damit die ohnehin schon sechsstelligen Tiffany-Preise angesichts der umfassenden Modifikationen nicht völlig durch die Decke schossen, griff man in Sachen Greenhouse auf Massenware wie den erschwinglichen Mercury Cougar zurück – an unserem Tiffany Coupe entstammt das Häuschen den Modelljahren 1987 oder 1988. So vertraute auch Tiffany technik-seitig auf die Ford Motor Company: Das so genannte Town Coupe von beachtlichen Ausmaßen wird von einem 5.0-l-V8 Small Block befeuert, der seine überschaubaren 150 PS über eine Automatik an die Hinterachse leitet und für eher moderate Fahrdynamik sorgt.
Der Kofferraum vom Tiffany Coupe ist weder groß noch gut zu erreichen ©autorild.de

Das Tiffany Coupe glänzt mit viel Chrom und Verarbeitungsqualität

Stilistisch ist das Tiffany Auto, das weder mit dem Juwelier noch mit den Tiffany-Lampen zu tun hat, nicht über jede Kritik erhaben – speziell Scheinwerfer und Rückleuchten sind nur mäßig gekonnt integriert. An Spaltmaßen, Verarbeitungsqualität und Zustand gibt es wiederum nichts auszusetzen, auch die echten Speichenfelgen machen einen guten Eindruck. Gleiches gilt für die Ledergurte auf dem Heckdeckel vom US-Youngtimer, auch wenn diese mangels Länge je einen Koffer halten werden. Danken wir also dem Besitzer dieses Tiffany, dass er uns dieses Aufsehen erregende Zeitzeugnis erhalten hat.

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