Wer sagt, ein Coupé müsse grazil und leicht wirken? Dabei gibt es doch nichts Schöneres als V8-befeuerte Wuchtbrummen wie Mercedes 560 SEC oder Buick Riviera. Wir hatten an einem ebensolchen Neuwagen, dem Bentley Continental GT V8, wahre Freude.

Groß, schwer, kraftvoll: Der Bentley Continental GT V8 gefällt - und polarisiert ©autorild.de

Ähnlich schwer ist der Bentley Continental GT V8 auch, mit 2,3 Tonnen Leergewicht gegenüber seinen Stallgenossen allerdings fast schon magersüchtig. Kostverächtung wurde vor allem dem neuen Twin Turbo V8 antrainiert, dessen kombinierter NEFZ-Verbrauch 10,5 l/100 km beträgt. Das erreichen wir zwar nicht ansatzweise, doch sind die Bedingungen in unserem Bentley Continental Test auch weitaus widriger:

Innerorts mehr Stopp als Go, außerorts kein Tempolimit. Da darf der doppelt aufgeladene und 507 PS starke 4.0-l-V8 des Öfteren zeigen, was in ihm steckt. Das sind wir dem dynamischen Anspruch vom Bentley GT allemal schuldig.
Der 4.0-l-Bentley V8 Twin Turbo aus dem Konzernregal versteckt sich unter Abdeckungen ©autorild.de

Genügend Kraft bietet der Continental GT jederzeit

Wie schnell der Continental GT 2012 im Dezember auf schnee- und eisfreien Landstraßen von 0 auf Tempo 100 beschleunigt, lässt sich zwar mit 4,8 Sekunden nüchtern beziffern, doch wie vehement sich der Trumm aus Crewe in Bewegung setzt, ist kaum in Worte zu fassen. Wäre Elefantenrennen doch nicht schon besetzt, und das dazu noch negativ. Ernsthaft: Der allradgetriebene Herrenklub surft zwischen 1700 und 5000 Touren auf einer 660 Nm starken Drehmomentwelle, Schub ist immer genug vorhanden. Da ist auf der Autobahn es doch eine Lust zu sehen, wie die Tachonadel des Bentley Continental GT V8 nach der Raststättenauffahrt in 11,1 Sekunden auf 160 steht, doch wird dem ungebändigten Vorwärtsrang ein Ende erst bei 280 gesetzt – durch einen ausscherenden Kleinwagen. 303 km/h Spitze wären maximal möglich.
Drehzahl runter, Tempo rauf: Der Achtstufen-Automat des Continental GT machte seinen Job perfekt ©autorild.de

Der Bentley Continental GT liegt wie ein Brett

Dass der Continental GT V8 auch bei hohem Tempo stabil bleibt, ist unter anderem dem ab 100 km/h ausfahrenden Heckspoiler zu verdanken. Der erhöht den Luftwiderstandsbeiwert von 0,3 zwar auf 0,33, doch sei’s drum: Wäre unangenehm, den knapp 200.000 teuren Testwagen wegen mangelnden Anpressdruckes zu demolieren. Einem solchen Ärgernis wirkt auch das selbst in der Comfort-Einstellung recht straffe Fahrwerk des Bentley Continental GT V8 entgegen, das zusammen mit der exakten ZF-Lenkung zum unerwartet agilen Fahrverhalten beiträgt. Wer hätte gedacht, dass der rote Bulle ein echter Kurvenflitzer ist? Unter Traktionsproblemen leidet das Bentley Coupé ebenfalls nicht, auch wenn die Sensoren den vier permanent angetriebenen 275/35er Pneus auf 21-Zoll-Alurädern auf feuchtem Asphalt mitunter solche attestierten. Zu merken ist davon jedoch nichts.
Auf großem Fuße: Unser Bentley Continental GT wies 21-Zoll-Felgen auf ©autorild.de

Bleiben im Bentley Continental Wünsche offen? Nein!

Großes Lob Freude geht im Bentley Continental GT Test von der Achtstufen-Automatik aus dem Hause ZF aus: Sie drückt die Drehzahl stets auf Kellerniveau und schaltete zur Freude aller Beteiligten beim Kickdown per „Block Shifting“ gleich mehrere Stufen auf einmal runter, was nicht nur für satte Beschleunigung, sondern auch für knallhartes Geballere aus dem Vierrohr-Auspuff sorgt. Das verleiht dem Bentley GT Coupe einen Extraschuss Überholprestige, so soll es sein. Und auch im Innenraum überzeugt der Mercedes CL-Konkurrent auf ganzer Linie. Womit? Das verraten wir im Nächsten von unserem Bentley Test!
Der markante Hüftschwung verleiht dem Bentley Coupe noch mehr Dynamik ©autorild.de

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