Hiesige Mittelmotor-Sportwagen? Klar - Boxster, R8, Melkus RS. Dann geht’s auch schon ans Eingemachte: Zu den raren Leckereien aus dem bundesdeutschen Spezialitätenregal gehört neben Lotec Sirius und Treser T1 auch der Artega GT. Ach ja. Da war ja mal was.

Eigenständig wirkt der Artega Sportwagen schon, doch auch ein wenig plump ©autorild.de
An sich wurde beim Artega GT alles richtig gemacht – dennoch wollten zwischen 2009 und 2012 nur rund 130 Kunden einen Artega GT kaufen. Woran lag der eher mäßige Absatz?

War es der Name der Delbrücker Sportwagen-Schmiede, den kaum wer einordnen konnte? War es der 300 PS und 350 Nm mobilisierende 3,6-l-Sechszylinder samt Sechsgang-DSG von Volkswagen? Oder das Leergewicht von 1.284 kg? Damit lag der vom Dänen Henrik Fisker – ja, der Vater des schnauzbärtigen Elektroautos Karma – gezeichnete Artega deutlich über dem eines ähnlich großen Lotus Exige, hatte jedoch weder dessen Image noch derart geballte Motorkraft, um das mangelnde Renommee zu kompensieren.
Beim Logo setzte Artega auf eine Abwandlung vom Delbrücker Stadwappen ©autorild.de

Der Artega GT Preis war deutlich zu hoch

Fahrdynamisch gab sich der Artega Sportwagen keine Blöße: In 4,8 Sekunden zischte er von 0 auf 100 km/h und machte 270 Sachen Spitze. Damit ließen sich Porsche Boxster und Cayman in die Schranken verweisen. Auch an der Tanke fraß der bei 246 cm Radstand 401 cm lange, 188 cm breite und 118 cm hohe Artega GT mit einem Durchschnittsverbrauch von 9,6 l/100 km keineswegs die Haare vom Kopf. Vielmehr war ein volles Portmonee beim Kauf gefragt: Der Artega GT Preis startete 2008, also noch zur Vorbestellung, bereits bei 74.983 Euro und könnte damit ebenfalls zum Scheitern des Projektes beigetragen haben: Der mit anerkannten Eltern gesegnete Boxster S war gleichzeitig bereits für 55.781 Euro zu haben.
Der Artega GT-Motor stammt von VW und residiert vor der Hinterachse ©autorild.de

Artega ging leider das Geld aus

Das dürfte für den Artega-Erstbesitzer aber nebensächlich gewesen sein – womöglich stand ihm der Sinn nach einem Sportwagen mit solider Großserientechnik, der nicht auf jedem Golfplatz anzutreffen war. Wurscht, dass der Artega GT ein skurriles Cockpit mit Navi im Innenspiegel hatte. Ein cW-Wert von völlig unzeitgemäßen 0,4? Geschenkt. Und was sagt der Hersteller? Nichtgewährte Kredite und die Wirtschaftskrise wären Schuld. Am 30. September 2012 folgte schließlich die Produktionseinstellung. Wie scherzte seinerzeit Audi-Tuner und Automobilhersteller Walther Treser nach dem Scheitern seines ebenso ambitionierten T1: „Mit Sportwagen lässt sich ein kleines Vermögen machen. Wenn man mit einem großen anfängt.“
Was hat mich da eben überholt? Aha, ein Artega GT! ©autorild.de

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