Kompaktwagen gab es auch außerhalb von Europa. Ihren Vorbildern aus der alten Welt in den Dimensionen ähnlich war die japanische Kompaktklasse, zu der auch der Honda Civic gehörte.
Barock nach US-Geschmack sucht man am Honda Civic vergebens ©autorild.de

Als der Honda Civic der zweiten Generation 1979 das Licht der Welt erblickte, gab es nicht nur Escort, Kadett, 128 oder Golf,

sondern auch Daihatsu Charmant, Toyota Corolla, Nissan Cherry und Mazda 323. Als in jenen Tagen im C-Segment noch keineswegs unisono Quermotor, Frontantrieb und Schrägheck verfochten wurde, war es neben dem Golf vor allem der Civic, der diese drei Merkmale auf sich vereinigte. Zudem war der Honda Kompaktwagen stets mit zwei oder vier Türen zu bekommen und stand darüber hinaus aus Wagon in der Liste. Der kompakte Honda Kombi baute bei etwas mehr Rastand eine gute Handbreit länger und hob sich durch eine blattgefederte Starrachse von seinen Brüdern ab. 

Autsch! Eigentlich ist die Frontstoßstange vom Honda Oldtimer sehr stabil ©autorild.de

Der Civic SL sparte nicht an Annehmlichkeiten

Wer 1979 bei einem deutschen Honda Händler einen Civic Viertürer orderte, musste zur teils sehr beachtlichen SL-Ausführung greifen. Neben dem Honda Civic Kombi war auch der Zweitürer als SL verfügbar. Gegenüber dem ausschließlich zweitürigen Basis-Civic lockten hier Autoradio, die wie beim aktuellen Modell in drei Positionen verstellbare Rücksitzlehne, ein Fünfgang-Getriebe samt Drehzahlmesser oder die zweistufige Hondamatic, ein geschäumtes Lenkrad und ein „bequemer Hecktüröffner, vom Fahrersitz bedienbar.“ Wow! Mit letzterem Feature nahm der Honda Kompaktwagen eher eine Ausnahmestellung ein, weiters adelten den Civic SL Teilkunstledersitzbezüge, Armlehnen an jeder Tür sowie zwei Haltegriffe hinten.

Auf die Fünfgang-Schaltung im Civic wies Honda zu Recht stolz hin ©autorild.de

Die Konstruktion vom Honda Oldtimer war modern

Die zwei Außenspiegel von vorliegendem Honda Civic der Joker-Sonderedition weisen im Übrigen auf eine bessere Ausstattung hin, Pfennigfuchser bekamen nur einen. Reichte bei deren 45 PS ja auch, die der OHC-Motor mit Zweistufen-Fallstromvergaser mobilisierte, während fünf Gänge stets mit 60 PS bei 5.000 Umdrehungen und 94,1 Nm bei 3.500 Touren einhergingen. Damit flitzte der 785 kg leichte Honda Oldtimer in 14,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte 150 Sachen Spitze. Auch angesichts der Zuladung von 430 kg und immerhin 400 kg ungebremster Anhängelast kamen die vorderen Scheibenbremsen schon gut, das Fahrwerk mit einzeln vorne an Quer- und hinten an Schräglenkern aufgehängten Rädern war es ohnehin. 

Der hintere Radlauf vom Civic ist nach rund 35 Jahren knusprig durch ©autorild.de

Honda Civic Teile nach Missgeschick dringend benötigt

Unser Civic Fotomodell benötigt dringend umfangreiche Zuneigung – und zwar nicht nur wegen des Frontkontaktes mit vermutlich einem Laternenmast, der die Unverletzbarkeit der in den USA verordneten energieabsorbierenden Stoßstangen unangenehm eindrucksvoll widerlegt. Oder saß hier wie in „Pulp Fiction“ Bruce Willis am Steuer, bemüht, sich eines Widersacher zu entledigen? Auch Gevatter Rost hat sich an diversen Stellen vom Honda Oldtimer eingenistet, so etwa an den hinteren Radläufen, zudem fehlt die rechte Scheinwerferblende. Hoffentlich finden sich Zeit, Geld, Teile und ein guter Schweißer, um diesem raren Zeugnis vergangener Tage wieder auf die Sprünge zu helfen. Außerdem wäre es schade, den bei 225 cm Radstand 383 cm langen, 158 cm breiten und 134 cm hohen Honda Civic als Würfel komprimiert zu wissen.
Joker. Was in der zweiten Civic-Generation dahinter steckte, ließ sich nicht mehr eruieren ©autorild.de

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