Oldtimer

Der Opel Ascona C setzte da an, wo der Ascona B aufgehört hatte: in der populären Mittelklasse. Wie seine Vorgänger gab es die Opel Limousine mit zwei und vier Türen sowie neuerdings als Schrägheck; ein Ascona Caravan war trotz starker Kombi-Rivalen nicht lieferbar.   

Die Front vom Opel Oldtimer war klar von der des Rekord E abgeleitet ©autorild.de 

Optisch baute der Opel Ascona der dritten Generation sichtbar auf dem Vormodell auf und betonte auch seine Verwandtschaft mit dem Rekord E. Mit

Als klassische Threebox-Limousine traditioneller Architektur richtete sich der Opel Kadett C an jene Kompaktwagen-Kunden, die kein neuartiges Schrägheck mit Frontantrieb wünschten. In die gleiche Kerbe schlugen auch der Ford Escort, der Mazda 323 und der Toyota Corolla.

Mit dem Facelift 1977 wanderten die Blinker neben die Scheinwerfer vom Opel Kadett C ©autorild.de

Der Opel Kadett C bot alles, was sich der Kompaktwagen-Kunde nur wünschen konnte: 

Oldtimer versprühen den besonderen Charme vergangener Jahre und sind deswegen bei Menschen jeden Alters beliebt. Eine besondere Stellung nehmen da Polizeifahrzeuge ein.

Funktionalität hat schon damals eine besondere Rolle gespielt, möchte man meinen. Schließlich mussten die Wagen es mit jedem anderen locker aufnehmen – zum Beispiel bei einer Verfolgungsjagd. Kriminelle wurden verhaftet und mitgenommen – ausreichender Platz muss also vorhanden sein. Wirft man einen Blick auf die BMW Isetta aus den 50er Jahren, merkt man, dass diese Eigenschaften nicht unbedingt zutreffen müssen. Die BMW-Mini-Version in der Größe eines Smarts verschafft sich auch mit Blaulicht keinen Respekt. Und mit 12 PS gehört es nicht gerade in die Kategorie "kleiner Flitzer". Polizei Isetta

Bildrechte: Flickr Polizei Isetta Andreas Mahler CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Fairerweise muss man sagen, dass die Polizei auch andere Fahrzeuge zur Verfügung hatte. Ebenfalls aus der Zeit stammt der Mannschaftstransporter von Mercedes Benz, den man hier sehen kann. Er konnte auf seiner Ladefläche bis zu 20 Beamte transportieren und prägte bis in die 70er Jahre das Stadtbild. Die 90 PS waren bei so viel Personen auch bitter nötig. 75 Km/h wirken in heutigem Maßstab vielleicht zu wenig – im historischen Kontext betrachtet jedoch nicht. Zur damaligen Zeit trennte der Eiserne Vorhang Deutschland und sorgte dafür, dass es andere Polizeifahrzeuge gab. Der Wartburg 353 mit seinen 50 PS sieht bereits stabiler aus als der Isetta. Seit 1966 machte er die Straßen der DDR sicher – charakteristisch ist der Sound des 3-Zylinder-Zweitakt-Motors. Eisenbahn- und Technik-Museum Rügen in Prora (46) - Wartburg 353 als Polizeifahrzeug

Bildrechte: Flickr Eisenbahn- und Technik-Museum Rügen in Prora (46) - Wartburg 353 als Polizeifahrzeug Pixelteufel CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Polizei-Oldtimer genießen unter Sammlern einen besonderen Status und wechseln bei Autoscout24 eher selten den Besitzer. Grund hierfür mag die emotionale Verbundenheit mit den Fahrzeugen sein, die besonders ihre Fahrer miteinander teilen, wie beim Förderkreis Polizeihistorische Sammlung in Berlin. Ehemalige Polizisten kümmern sich dort um ehemalige Polizeifahrzeuge. Im hessischen Marburg haben 1990 acht Polizisten den Polizei-Motosport-Club ins Leben gerufen. Interessierte können dort das erste Deutsche Polizeioldtimer-Museum besuchen und mit eigenen Augen sehen, wie Funktionalität im Laufe der Jahre bei Polizeiwagen immer wichtiger wurde.

Nachdem Commo A und Commo B sich als echte Publikumslieblinge erwiesen hatten, kam der im Oktober 1977 lancierte Opel Commodore C deutlich schlechter an – ihm grätschte die KAD-B Ablösung Senator A direkt in die Parade. 

 

Unglücklicherweise befand sich der Opel Commodore C mit dem Auftauchen des Senator auf gleicher Plattform zwischen den Stühlen – mit dem teilte er die kleineren Sechszylinder und den langen Vorderwagen sowie die 5-Loch-Naben nebst die innenbelüftete Scheibenbremsen vorn,

Der Opel Kapitän B hätte wie seine teureren Brüder als Cadillac Seville-Vorläufer vermutlich mehr Erfolg gehabt. In Europa enttäuschte der Absatz aller Opel KAD-B Versionen mit 61.159 Stück im Allgemeinen, der vom Kapitän im Besonderen – immerhin macht ihn das nun besonders rar. 

Der Kapitän war vom Absatz her das schwarze Schaf der Opel KAD-B Reihe ©autorild.de 

„Beherrschte Kraft. Technische Harmonie. Überlegener Fahrkomfort auf der berühmten De Dion-Hinterachse. Souveräne Sicherheit. Unnahbare Eleganz. Das sind die Gentleman unter den Autos. Diplomat. Admiral.“ Warum der unter den beiden Opel Modellen positionierte Kapitän in der Broschüre von 1971 nicht genannt wurde?

Wer in leitender Funktion durchs Wasser oder durchs Wirtschaftswunder gleitet, möchte das auch auf der Straße – so wurde der Opel Kapitän P 2,6 zum Kassenschlager. Danach gruben ihm Admiral und Diplomat rasch das Wasser ab.   

Das Flaggschiff der Opel Modelle avancierte zur erfolgreichsten aller Kapitän-Reihen ©autorild.de

Der im Juli 1959 erschienene Opel Kapitän P 2,6 bügelte eine ganze Reihe Mankos seines Vorgängers Kapitän P 2,5 aus: Bei dem

Kombis wie der Chevrolet Caprice Wagon oder der Ford Country Squire waren vor Minivans und SUV in den USA schwer gefragt. Einläufe für die ganze Woche, die halbe Baseballmannschaft oder Baumaterial für ein halbes Haus beförderten die geräumigen US Cars umstandslos. Doch dann versiegte das Öl.  

Der Fullsize Chevy fand 1979 als Caprice Wagon 56.261 Kunden ©autorild.de

Muss ein Kombi riesig groß und unerhört schwer sein? Chevrolet negierte das und brachte unter dem Eindruck der ersten Ölkrise stattdessen

Auch wenn Chevrolets Super-Size-SUV bekannter ist, gab es auch einen Plymouth Custom Suburban. In Sachen Abmessungen und Ladevolumen spielte der Mopar Station Wagon in derselben Liga.   

Den Plymouth Kombi orderten 22.576 Kunden als Custom Suburban ©autorild.de

Der Name war nicht neu, als der Plymouth Custom Suburban 1969 im Fuselage-Design aufsehen erregte, die Optik schon: Mit den ganzen Ecken und Kanten der Vergangenheit war Schluss. Nun fiel

Nach den altbackenen 444 und 544 brachte der Volvo 121 Göteborg in die Moderne: Wieder gestalterisch stark von US-Cars, speziell den 1955er/56er Dodge inspiriert, schenkte der auch als Volvo Amazon vertriebene Wagen sich die Heckflossen und seinen Kunden ab 1959 Dreipunktgurte vorn.   

Der 121 Kombi führte die Tradition geräumiger Volvo Modelle erfolgreich fort ©autorild.de

Neben ab Oktober 1956 respektive 1961 gebauten zwei- und viertürigen Limousinen stand ab Anfang 1962 auch ein viertüriger Kombi zur Wahl. Mit horizontal geteilter Heckklappe konnte der bei 260 cm Radstand 449 cm lange, 162 cm breite und 153 cm hohe Volvo Oldtimer seinen amerikanischen Einschlag nicht verhehlen,

Wer in der jungen BRD durch Wiederaufbau, legalen oder illegalen Handel bereits zu reichlich Geld gekommen, griff gern zum Opel Kapitän – oder zum kostspieligeren Mercedes 220 S. Der BMW Barockengel war indes keine Konkurrenz für den noblen Ponton-Mercedes. 

Insgesamt wurden von 1954 bis 1959 84.645 Mercedes W180 gebaut ©autorild.de

Der Mercedes W180 stellte mit seinem Reihensechszylinder ein „bodenständiges“ Oberklasse-Auto dar. Darüber rangierten

Ein schöner, ehrfurchteinflößender Kühlergrill wie am Mercedes 280 S der 108-Baureihe ist doch was Feines – und die senkrechten Scheinwerfer ebenfalls. Damit war der Benz keineswegs in Rufweite hinter der Mode, sondern vielmehr ganz am Puls der Zeit.

Die nüchterne Linienführung sollte auch kommende Mercedes Modelle prägen ©autorild.de

„Mercedes-Benz 280 S. Der seit Jahren bewährte Sechszylinder“ gab sich der Prospekt vergleichsweise verhalten – kein Wunder, viel lieber