2 Türen

Im 1983er Jahrgang befand sich die 1977 lancierte fünfte Generation vom Cadillac Coupe de Ville kurz vor dem Modellwechsel auf die erste Fronttriebler-Baureihe. Doch auch innerhalb dieses nach wie vor traditionell konstruierten US-Luxusautos hatte es genügend Auffrischungen gegeben.   

Doppelte Zierstreifen auf der Gürtellinie betonen die klassische Eleganz vom Cadillac Oldtimer ©autorild.de

Nach dem großen Aerodynamik-Facelift 1980 fielen die Optik-Upgrades 1983 erheblich dezenter aus – während der Kühlergrill vom Vorjahr übernommen wurde,

Mit den für 1967 neuen Chevrolet-Pickup-Modellen war es noch angenehmer einen Truck der C/K-Serie zu fahren: Die Bowtie-Boys hielten daran fest, auch bei auch den wohlklingend „Action Line“ benannten Nutzfahrzeugen den Fahrkomfort auf Pkw-Niveau zu bringen. 

Der 1967er Chevrolet C20 Fleetside mit Acht-Fuß-Bett wurde 50.413 mal geordert ©autorild.de 

Die komplett neuen Chevy Pickup-Trucks mit geradezu unerhört sachlich-modernem Look kamen wie gehabt als Halb-, Dreiviertel- und Eintonner. Die rundum spiralgefederten Hecktriebler

Obwohl der Cadillac Eldorado 1973 sein 20-jähriges Jubiläum feierte, verlief das ohne jegliche Festivitäten oder Sondermodelle. Immerhin bekam das exaltierte Flaggschiff der Cadillac-Modelle eine umfassende Modellpflege – aber nicht aus freien Stücken. 

Ein Cadillac Eldorado Coupe in Dynasty Red mit weißem Vinyldach ziert auch den Prospekt ©autorild.de 

Das zwei Jahre zuvor eingeführte grundlegende Design des Cadillac Eldorado hatte Bestand, die staatlich allseits verordneten Sonderwünsche waren indes neu: Die neue energieabsorbierende Frontstoßstange und der Kühlergrill wurden daher so konstruiert, dass sie bei Zusammenstößen von bis zu 8 km/h einfuhren, um keinen Schaden zu nehmen. Die imitierten Chrom-Lufteinlässe an den Flanken – genau genommen Fifties-Retrolook – machten wiederum aus ästhetischen Gründen einer Zierleiste Platz, die nun in voller Länge ungestört vom Vorderrad zur hinteren Seitenmarkierungsleuchte verlaufen konnte. Dies bescherte dem Eldorado einen längeren und schlankeren Auftritt, eine große Verbesserung in den Augen vieler. Vorliegendem Cadillac Oldtimer fehlt sie allerdings, ebenso ein Stück Schwellerleiste und die Blende hinterm Frontstoßfänger.

Das mondäne Cadillac Coupe begeisterte 42.136 Kunden, das Cabrio weitere 9.315 ©autorild.de

Gelungene Updates für den Cadillac Oldtimer

Die größten Änderungen im Eldorado-Design betrafen das Heck, an dem Stoßstange, Rücklichter,  Kotflügelenden und Heckdeckel erneuert wurden. Dessen bis dato vorstehendes Mittelteil wich einem konventionellerem, biedererem Layout. Der im Folgejahr ebenfalls energieabsorbierend ausgelegte Heckstoßfänger kam am Cadillac Eldorado 1973 neuerdings gerade mit vorspringenden Endabschnitten unter den Rücklichtern. Ein Gummiaufprallstreifen lief über die gesamte Breite und enthielt an jedem Ende rote Reflektoren. Die kathedralenförmigen Rücklichter wurden in die Kotflügel integriert und waren nicht mehr Teil der hinteren Stoßstange. Der Gesamteffekt war dramatisch, 51.451 Eldorado Coupés und Cabrios markierten einen neuen Verkaufsrekord – auch der Cadillac-Gesamtabsatz von 304.839 Einheiten war ein neuer Bestwert.

Nur keine Scheu: Die Caddy Frontstoßstange vertrug leichte Rempler neuerdings schadlos ©autorild.de

Beim Cadillac V8 ging Laufkultur vor Leistung

Hinter dem grobmaschigen Grilleinsatz rumorte im Cadillac Oldtimer ein mit 8,5:1 niedrig verdichteter und von einem Quadrajet Vierfach-Vergaser gekrönter 500-ci-Big-Block-V8, der aus 8,2 Liter Hubraum 235 echte PS und 556 Nm holte. Das langte, um den 2.310 kg schweren Fronttriebler in 10,7 Sekunden von 0 auf 100 und weiter auf 195 km/h zu beschleunigen. Bei derlei Exzessen bummelte sich auch die Füllstandsanzeige des 102-Liter-Tanks nicht… Immerhin trug das bei 321 cm Radstand 564 cm lange, 203 cm breite und 138 cm hohe Luxusauto vorn Scheibenbremsen. Wer sicherere Verzögerung wünschte, konnte für $ 211 das Track Master-System ordern, eine Art frühes ABS. Ob das in unserem Cadillac Eldorado-Fotomodell steckt, ist unbekannt – dafür hat der Erstbesitzer sein Personal Luxury Coupe mit allerhand anderen Extras bestückt.

Gegen den Continental Mk IV scheiterte Cadillac, lag aber im Gesamtumsatz weit vor Lincoln ©autorild.de

Extras satt am Eldorado Coupé

Neu war im Eldorado 1973 die serienmäßigen Houndstooth-Stoffsitzbezüge, die hier indes rotem Sierra-Leder zu $ 184 wichen; zudem durfte es der 40:60 geteilte Dual Comfort-Vordersitz zu $ 103 sein. In Punkto Klimatisierung ging es noch pompöser zu, das das gepolsterte Vinyldach zu $ 161 erfordernde Schiebedach ließ zu weiteren $ 626 Licht und Luft herein. Die leicht getönten Scheiben zu 59 $ und sehr wahrscheinlich auch die Klimaautomatik zu $ 537 waren da deutlich gefragtere Optionen für das noble Cadillac Coupé; ebenso steigerte hier eines der AM-FM-Radios zu minimal $ 162 den bei $ 7.360 startenden Eldorado-Preis. Während der innenverstellbare Spiegel rechts zu $ 26 eine reguläre Option darstellte, fanden Standartenhalter und Doppelrohrauspuff in Eigenregie an das Fahrzeug. Auch ein Flaggschiff ließ sich nun mal individualisieren...

Die glatten Flanken vom Cadillac Oldtimer sorgten einst für klingelnde Kassen ©autorild.de

Der Cadillac Eldorado war ein Investment

„Selbst für diejenigen, die Cadillac-Führung und -Qualität seit langem akzeptiert haben, stechen diese neuen Autos hervor. Wenn überhaupt, machen sie die besondere Welt von Cadillac noch spezieller“, begann die Produktbroschüre und führte fort, dass ebenjene vergleichsweise hohe Verarbeitungsqualität auch wesentlicher Grund für den unerreichten Wiederverkaufswert sei. Nicht gerade irrelevant in Zeiten, da noch nicht alles und jedes geleast wurde. Und dieses Wissen, eine wertstabile Investition getätigt zu haben, war garantiert dem Hochgefühl förderlich, das sich beim dank automatischer Niveauregulierung stets waagerechten Gleiten über die Main Streets und Highways im Eldorado einstellte. 

Rotes Siena-Leder kam im Personal Luxury Coupé aufpreispflichtig ©autorild.de

Die runde Seitenmarkierungsleuchte von 1968 bis 1970 bekam der Eldorado 1973 wieder ©autorild.de 

Mit den neuen Mustangs waren die Shelby GT-Versionen verschwunden, sodass Kunden mit schwerem Gasfuß 1971 Ford Mustang Mach 1 fahren mussten, wenn sie nicht den teuren Boss 351 wünschten. Und sie beeilten sich besser, denn letztmalig bot der Mach 1 Big Block-Power. 

Die Haube ohne Schnellverschlüsse verweist auf einen Ford Oldtimer ohne Ram Air-System ©autorild.de 

Die augenfälligste Neuheit stellte die Optik dar: Die wuchtige Karosserie des Mach 1 und der anderen Ponies von 1971 fiel deutlich größer aus als die der vergleichsweise rundlichen Ford Modelle von 1969 und 1970. Gegenüber diesen

Die nun nicht mehr verdeckten Scheinwerfer waren am Cadillac Eldorado 1969 neu: Damit hob er sich nun stärker von seinem älteren Bruder Oldsmobile Toronado ab. An den 375 hp, mit denen der Eldo die Vorderräder malträtierte, hatte sich wiederum nichts getan.  

Das Cadillac Coupé versetzte das Nobelsegment mit Frontantrieb ins Staunen ©autorild.de

Auch in seinem dritten Jahr polarisierte der frontgetriebene Eldorado: Die typische Cadillac-Käuferschaft war an ein raffiniertes, elegantes Design gewöhnt,

Einen wirklichen Nachfolger hatte der potente Opel Commodore B GS/E allein in Senator A und Monza – nur dort gab es weiterhin kraftvolle wie großvolumige R6-Einspritzer. Und gerade die prägten den Nimbus des Commo als gehobene Mittelklasse-Rakete.   

Die Stahlsportfelgen mit Zierring trug der Opel Oldtimer serienmäßig ©autorild.de

„Opel Commodore. Ein solcher Wagen kommt nicht jedes Jahr.“ lautete der Claim, und durchaus um die Konkurrenz durch BMW bewusst, unterstrich Opel die Topmodell-Rolle des Commodore B GS/E nach Kräften:

Der Shelby Dakota war eine Sonderversion des Dodge Dakota und Shelbys nach vielen Jahren erstes Fahrzeug mit Hinterradantrieb. Der Sport Pickup wurde nur 1989 angeboten und brachte Dodge nach dem Li'l Red Express Truck seit langem wieder ein Aufsehen erregendes Performance-Nutzfahrzeug.   

Alternativ zu Weiß war der Shelby Dakota auch in Rot lackiert erhältlich ©autorild.de 

Der Shelby Dakota basierte auf dem Dakota Sport mit kurzem Radstand, kurzem Bett und Standardkabine, der Rest erinnerte an des Texaners Schlangenzucht:

Nachdem der 3200 CS krachend gescheitert war, musste der BMW Glas 3000 V8 Publikum wie Aktionäre einfach verunsichern. Tatsächlich wurde das Findelkind aus Dingolfing denn auch abgesägt, sobald Ersatz aus eigenem Hause bereitstand.   

Die an den Quattroporte erinnernde Frontpartie sorgte für den Spitznamen „Glaserati“ ©autorild.de

Sonderliche Mühe hatte sich die carrozzeria Pietro Frua beim Glas V8 nicht gegeben – der war an der Front dem Maserati Quattroporte aus eigener Feder und in der Flanke auch dem Mexico von Vignale ausreichend ähnlich,

Der Ford Bronco II markiert einen wichtigen Schritt in Richtung SUV: Deutlich kleiner sowie leichter und damit erheblich mehrheitsfähiger als der wuchtige Fullsize-Bronco, hatte dem extrem erfolgreichen Ford Explorer den Weg geebnet. 

Den Ford Köln-V6 im Vorderwagen zogen die meisten gegenüber dem Mitsubishi-Diesel vor ©autorild.de

Ja, bisweilen beweisen die US-Hersteller erschreckende Einfallslosigkeit bei der Benennung neuer Fahrzeuge. Chevrolet hielt ein „Cheyv II“ für seinen neuen Kompaktwagen ausreichend, Ford ein „LTD II“ für seinen Gran Torino-Nachfolger. Und hielt auch beim Ford Bronco II an der Tradition fest, mit der „II“ stets ein kleineres Modell als den Namensgeber zu kennzeichnen. Der kleine Bruder

Leistungsbedachte Kunden wurden in Köln nie abgewiesen, sondern vielmehr mit repräsentativen Gleitern wie dem Ford 20M Coupé beglückt. Wer seinen 20M P7 extrabequem und -chic wünschte, kam dann an der Ford XL-Ausstattung nicht vorbei. 

Der Ford P7b sagte mit angedeuteter Knudsen Nase den Look des Taunus TC voraus ©autorild.de

Nach nur zehnmonatiger Bauzeit des P7a wurde schon im August 1968 der Nachfolger der ungeliebten „Kummerfalte“ vorgestellt. Der Hüftschwung

Als Performer war der 1974 eingeführte und in Gewicht wie Abmessungen massiv geschrumpfte Ford Mustang II im Gegensatz zu seinen Vorfahren definitiv nicht bekannt. Das wusste auch Ford und titelte die Broschüre für den Mustang 1977 nicht grundlos mit „sweet handling“.

Die teillackierten Kreuzspeichen-Alus waren dem Ford Mustang Ghia vorbehalten ©autorild.de

Das Attribut „lahm“ schwebte ohnehin über dem als Fließ- und Stufenheck erhältlichen Ford Coupé, Topmotorisierung war

Der Continental Mk III hatte den Weg bereitet, der 1972 eingeführte Lincoln Continental Mk IV schlug entsprechend ein: In jedem Jahr ließ das Lincoln Coupé den Hauptrivalen und ehemaligen Platzhirsch im Personal Luxury Segment, den Cadillac Eldorado, im Absatz alt aussehen. 

In seinem finalen Jahr überzeugte der Continental Mk IV 56.110 Kunden ©autorild.de

Auch wenn der Lincoln Continental Mk IV mit dem Mk V von 1977 bis 1979 einen noch größeren Nachfolger mit geradezu schwindelerregendem

Von Kompaktwagen, Importen oder gar Frontantrieb hielt die traditionelle Buick Electra-Kundschaft gar nichts. Sie bevorzugte Luxus – und oft Understatement: Nicht wenige Electra erhielten gegenüber aufschneiderischen Cadillac Calais und de Villes den Vorzug.                  

Die Fender Skirts vor den Hinterrädern kamen beim Electra 1971 ab Werk ©autorild.de

1971 ging das Fullsize-Geschäft bei GM in die letzte große Runde: Alle Divisionen bekamen ihre neuen C-Bodies, gegenüber den Vorgängern letztmalig gewachsen. Stärker belastbare Portmonees öffneten sich nicht für Pontiacs oder Chevies, sondern für die Buick Modelle Le Sabre und Centurion mit dem kurzen 315 cm Radstand. Wer allerdings richtig auf die Pauke hauen wollte,

Der Chrysler 300 war 1970 die kostspieligste Möglichkeit, ein Mopar Cabrio zu fahren – als Softtop gab es weder den höher positionierten Chrysler New Yorker noch die nobleren Imperial Le Baron und Crown.

Geschmeidige, fließende Linien zeichnen den 1969 lancierten Chrysler Fuselage-Body aus ©autorild.de

Mit verdeckten Scheinwerfern flott ausstaffiert, hielten die Chrysler Händler den 300 freilich nicht als piefigen Sedan mit B-Säule bereit. Stattdessen gab es das zwei- und viertürige Hardtop

Als kleiner Flitzer verzauberte der Seat Ibiza etliche Kunden, zeigte er doch erstmals ein hohes Maß an Eigenständigkeit und musste sich so nie des Verdachts erwehren, alte Fiat-Klamotten aufzutragen. Damit sicherte der Ibiza die Marke, machte Seat attraktiv für eine VW-Übernahme.

Zum 1989er Jahrgang hatte der Seat Oldtimer vier statt sieben Grill-Lamellen bekommen ©autorild.de

Jung und verbraucht – bis zum H-Altenteil schaffen es viele Kleinwagen nicht, da Wertschätzung und finanzieller Wert häufig deutlich unter anfallenden Reparatur- und Unterhaltskosten liegen. Und ein flottes Coupé oder ein imageträchtiger Sportwagen ist der Seat Ibiza genauso wenig