Oldtimer

Der Alfa Bertone führte seinerzeit zu so manchem Nasenabdruck am Schaufenster vom Autohaus. Denn der Alfa Romeo Giulia GT 1300 Junior kombinierte Wirtschaftlichkeit, fortschrittliche Technik und dynamischen Aussehen – ein Meisterstück.

Alfa Giulia GT 1300 Junior in edlem Aubergine-Lack ©autorild.de
In der Alfa Romeo Giulia GT 1300 Junior war der legendäre Doppelnocker freilich sehr adrett verpackt. Dass der Dreizehnhunderter 88 PS leistete, war beachtlich und damals ein ordentlicher Wert, der sonst mit weitgrößeren Motoren erzielt wurde. Ohnehin wussten die Italiener längst um ihre beachtlichen Triebwerke. Und auch, dass sie sich besonders gut verkauften, packte man sie in wohlgeformte Blechkleider. So geschah es beim Alfa Bertone.

Mit dem Kadett Coupe wurde im Kompaktwagen-Feld Dynamik großgeschrieben, lange bevor Golf GTI und Co. auf den Automarkt kamen. Der Opel Kadett B war jedoch erwatungsgemäß nicht mit jedem Motor ein Ampelrenner.

Opel Kadett B auf Stahlfelgen mit Poverty Caps ©autorild.de
Vorliegendes Kadett Coupe ist definitiv kein Ausbund an Sportlichkeit, der günstige Kompaktwagen weist nicht das für Kavaliersstarts an der Ampel nötige Rallyepaket mit 90 PS aus dem 1.9 S-Motor und mattschwarzer Kriegsbemalung auf. Das Kadett B Coupe in mäßig sportlichem Blassgelb stammt, wie die Heckform verrät, aus der Zeit zwischen 1967 und 1973: Das Fließheck-Coupe löste das schnellere, da aerodynamisch ausgefeiltere Kadett Kiemencoupe ab.

Als der Toyota Celica 1970 das Licht der Welt erblickte, trug der kleine Sportwagen eine interessante Melange US-amerikanischer Stilelemente und fand sofort Zuspruch. Auch heute erfreut sich das Toyota Coupe großer Nachfrage.

Angriffslustig: Toyota Celica ST ©autorild.de
Unser Toyota Celica hier macht seinem Pony-Car-Dasein mit den echten Wolfrace-Felgen alle Ehre. So guckt das Toyota Coupe vorn wie eine Mischung aus Dodge Challenger und Ford Torino aus der Wäsche, während die Dachlinie mit der chrombehangenen C-Säule sich mehr in Richtung 1st Gen-Camaro orientiert. Da erst im Herbst 1977 Toyota Celica-Barock gegen erheblich kantigere Formen getauscht wurde, darf man die Celica TA23-Baureihe wohl als durchaus gelungen bezeichnen. Die Attribute kompakt, schmissig, agil und modisch treffen die Philosophie hinter dem spritzigen Toyota-Coupe recht genau.

Als der Mercury Cougar im Modelljahr 1967 auf den Markt kam, beeindruckte er mit seinem Remington-Grill und überhaupt geschmackvoller Linienführung. Auch der Mercury Motor wusste zu überzeugen.

Mercury Cougar mit zugekniffenen Augen ©autorild.de
Der Mercury Cougarwar als Ford Mustang für Besserverdienende durchaus gefragt, wenngleich auch freilich nicht so stark wie das günstigere Original. Dem Pony Car fehlte einfach die Muscle Car-Attitüde: Es konnte als zwar Cougar XR-7 oder Eliminator durchaus zuschlagen, doch sobald auf dem Luftfilter vom Mercury Motor „289“ prangte, musste überragende Sportlichkeit anderswo gesucht werden. Akustisch gibt es an dem V8 Small Block nicht zu auszusetzen – doch wie heißt es immer: There’s no replacement for displacement. Der 302er oder 351er wäre allerdings eine Möglichkeit.

Der Citroen HY stellte in der Nachkriegszeit eines der wichtigsten Citroen Modelle dar. Schließlich gab es für den Citroen Oldtimer einiges aufzubauen.


Citroen Typ H – der Citroen Oldtimer führte das fort, was die Junkers Ju 52 – allerdings im Luftfahrtsektor – verbreitet hatte: eine Wellblech-Außenhaut. Die war enorm stabil; somit konnte auf gewichtssteigernde Verstärkungen größtenteils verzichtet werden. Die  identitätsstiftende Optik gab es gratis mit dazu. Damit wies der Citroen HY zeitlose Tugenden auf, die ihm ein in Autokreisen immenses Alter bescherte.

Der MGB GT strafte alle jenen lügen, die da behaupteten, dass ein sportliches Auto dachlos zu sein habe: Der MG MGB mit Stoffverdeck war acht km/h langsamer.

Dem MGB GT gelang sowieso beinahe alles besser, was sein Oben ohne-Bruder wenig galant, doch knorrig-solide erledigte: Obgleich ein wenig schwerer, machte das MG Coupe acht km/h mehr Spitzengeschwindigkeit als der offene MG MGB – 168 Sachen standen final auf dem Tacho. Zudem profitierte der MGB GT durch den geschlossenen Aufbau in punkto Karosserie-Steifigkeit und Gewichtsverteilung. Nur bei der Beschleunigung hatte der MG Roadster mit 11 Sekunden geringfügig die klassische Sportwagen-Nase vorn. Das war zur Markteinführung mehr als ordentlich, zur Produktionseinstellung 1980 immer noch akzeptabel.

Der Ford Taunus stand schon vor Taunus 15M und Taunus 17M für Qualität in der Mittelklasse. Dass Taunus Ford ab 1968 nicht mehr als einziger Name zur Verfügung stand, änderte daran nichts.

Dem Ford Taunus brachte das nur wenig Neuerungen – er war ab 1971 als Knudsen Taunus, benannt nach dem gewechselten GM-Mann Bunkie Knudsen, weiterhin für die untere Mittelklasse zuständig. Das Granada-Consul-Gespann ersetzte den Taunus 20M und Taunus 26M eine Stufe höher.

Wer in den frühen 70er Jahren seinen Sinn für Avantgarde zeigen wollte, war mit einem Lancia Beta gut beraten. Besonders dann, wenn man sich für das Lancia Beta Coupe entschied.

Der Lancia Beta schaffte es rasch, sich den wenig vorteilhaften Ruf einer üblen Rostlaube anzueignen, doch galt dieser Makel für die fünftürige Limousine. Unser Fotomodell Lancia Beta Coupe war wie der Shooting Brake Beta HPE und der Beta Spider weit weniger betroffen. Dieses Beta Coupe dürfte der zweiten Serie angehören; in jedem Fall weist es das metallene Schild am Heck als 2000er-Version aus, die es erst ab 1975 gab. Die Außenspiegel und Entlüftungsgitter aus Kunststoff deuten allerdings auf die spätere FL2-Version hin.

Der Mercedes 300 SE der Baureihe W112 stellte in den 60er-Jahren einen echten Grund zum Neid unter Nachbarn dar. Schlimmer wurde es nur, handelte es sich um einen Zweitürer, das Mercedes 300 SE Coupe.

Mercedes 300 SE Coupe ©autorild.de

Dieser Mercedes 300 SE steht schon seit mehreren Jahren an diesem Platz. Einstweilig bekam der Klassiker eine Tieferlegung an der Vorderachse verpasst, die dem verblichenen Superstar von Mercedes-Benz einen adretten Schuss Aggressivität verpasste. Doch offenbar wurde das an Vertretern dieser Baureihe eher ungewöhnliche Mercedes-Tuning rückgängig gemacht oder aber der Reihensechszylinder aus dem Motorraum entfernt. Denn wie man sieht, steht der begehrenswerte Mercedes Benz SE mit Hochkühler wieder waagerecht auf dem Asphalt.

Diesem Opel Commodore B Coupe fehlt es an nichts – gut, Tieferlegung, Rennstreifen oder gar ein stattliches Opel-Tuning mit Corvette V8 würden dem Coupe schon gut zu Gesicht stehen.

Dabei geht es diesem Opel Commodore prächtig: kaum sichtbarer Rost, hübsche zeitgenössische Rad-Reifen-Kombination. Das Sportcoupe der 70er Jahre war, als der Opel-Blitz noch für Zuverlässigkeit, gutes Design und Heckantrieb stand, eine echte Ansage und von Image und Positionierung fast wie ein heutiger Mercedes CLK: kraftvoll, laufruhig und komfortabel ausgestattet. Speziell der cleane Fuselage-Look, der auch den Kadett C zum Weltauto befähigte, machte den Commo B zum Sportwagen für den gut verdienenden Mittelstand – angesichts seines Durstes hat sich daran nicht viel geändert.

Als der 912 Porsche-Sportwagen einer breiteren Schicht zugänglich machen sollte, kam er auf Automarkt mit rund 30.000 Verkäufen gut an. Sogar die Polizei bestellte das Porsche Coupe.


Dem gezeigten Porsche 912 gereicht dies um so mehr zum seltenen Klassiker. Mercedes machte das Konzept von zwei Motoren unter einer – weitestgehend – gleichen Karosserie mit der großen und kleinen Heckflosse vor. Im besseren Bruder 911 röhrte der Sechszylinder-Boxermotor im Heck, während sich der Fahrer vom günstigeren Porsche Coupe 912 mit einem 1.6 l großen und 90 PS starken Vierzylinder aus dem in Ehre gereiften Porsche 356 zufrieden gab.