Oldtimer

Wer seinerzeit einen VW 1600 kaufen wollte, hatte wohl genug vom Käfer – nicht aber vom allgemeinen VW-Konzept mit luftgekühltem Heckmotor.

Wie kaschieren wir den fehlenden Kühlergrill des VW Typ 3? Einfach das Nummernschild über der Stoßstange montieren! ©autorild.de
Dieser VW Typ 3 lief zwischen 1966 und 1969 vom Band: Vorher gab es den VW 1600 L nicht, während ab 1969 Stoßstangen und vordere Blinker wuchtiger und nicht unbedingt hübscher ausfielen als die Teile der älteren Modelle. Optisch war das Fahrzeug jedoch rasch veraltet: Bei seiner Einführung  im Jahr 1961 war der VW Typ 3 schon nicht unglaublich modern, doch 1966, als dem VW 1600 die L-Version zur Seite gestellt wurde, war er auch technisch völlig überholt.

Was heute der Mercedes CL 65 AMG, war vor rund 40 Jahren der Buick Gran Sport. 1970 stand das komfortable Muscle Car auf dem Zenit seiner Leistung, danach musste Buick wie alle anderen einen Gang zurückschalten.

Die bernsteinfarbenen Sidemarker-Leuchten auf der Flanke identifizieren den Buick GS eindeutig als '74er Modell ©autorild.de
Für Buick war 1973 die Muscle Car-Ära aber noch lange nicht vorbei – während Dodge und Plymouth wie auch Ford und Mercury den Schwanz einzogen, sah die sportlich orientierte Nobelabteilung von GM nicht ein, den wundervollen Buick GS einfach so einzustampfen. Immerhin hatte der General im Modelljahr 1973 für alle seine amerikanischen Divisionen mit Ausnahme von Cadillac neue Midsize-Karosserien im so genannten Colonnade-Look eingeführt, die für höhere Crashsicherheit ausnahmslos über eine feste und massive B-Säule verfügten – daher Colonnade, was in etwa Säulengang bedeutet.

Der Ford Escort Mk1 ist ein typisch britisches Fahrzeug seiner Zeit: Mehr oder minder skurrile Optik kombiniert mit altbackener Technik. Macht das den Ford Oldtimer begehrenswert? Aber hallo!

Der Kühlergrill gab dem Knochen-Escort den Namen ©autorild.de
Der Ford Escort ist mit dem Hundeknochen-Grill ein echter Hingucker und Gute-Laune-Flitzer – es muss nicht ja nicht immer der Ford Escort RS 2000 sein, das Glück steckt auch im kleinen 1.1-l-Kent-Vierzylinder, der dem VW Käfer-Konkurrenten mit knallharten 40 bis 48 PS befeuerte. Wenn der Käufer meinte, auf eine Dreistufenautomatik nicht verzichten zu können, musste schon ein reichlich aufwendiges Ford Escort Tuning her, um an der Ampel immerhin einen Mercedes 200 D abzuhängen.

Der Fiat 124 Sport ist das unterschätzte Fiat Coupe der 70er Jahre – und auch das letzte ordentliche: Danach gab es keine großen Zweitürer mit Heckantrieb mehr.

Vanishing Point Italy - dem Fiat 124 Coupe wäre die die automobile Hauptrolle sicher ©autorild.de
Der Fiat 124 ist auch heutzutage noch in großer Anzahl zu sehen – entweder in Form der in Lizenz nachgebauten Lada oder als Fiat 124 Spider. Der geschlossene Zweitürer Fiat 124 Sport, der wie Limousine und Roadster mit eigenständiger Frontgestaltung glänzte, ist jedoch weitaus seltener und erwies sich mit 276.000 zwischen 1966 und ’72 entstandenen Exemplaren zur Unfreude der Fiat Händler nicht als der gleiche Kassenschlager wie die übrigen Modelle der Baureihe.

Zum Preis zweier flotter Dreier gab es auch einen knallharten 6er. Weitere Anzüglichkeiten a la „Sechsi“ oder „Sechsappeal“ kommen in diesem Bericht zum BWM 6er aber nicht vor – immerhin war das 6er Coupe zum Marktstart ein sehr seriöser Wagen.

BMW 6er - Aggro frei Haus ©autorild.de
Der BMW 6er, erschienen 1975, war genau das richtige Auto für alle, die mit hoher Fahrdynamik durch die Kurven preschen und über die Autobahn donnern wollten. So hatte das BMW 6er Coupe dann auch ein erhebliche sportlicheres Image als sein direkter Konkurrent, der Mercedes SLC. Erst der weitaus teurere Porsche 928 vermochte dem wilden Bayern Einhalt zu gebieten.

Dass der Commodore Opel in sportliches Licht stellte, war ganz im Interesse der Rüsselsheimer – Zuverlässigkeit allein wirkt als Verkaufsargument eben doch recht bieder. Tatsächlich färbte der Glanz des Commodore GS auch auf bodenständigere Modelle ab. 

Am Opel Commodore sorgt der Grill des Einstiegsmodells für Understatement ©autorild.de
Der Opel Commodore B überzeugte seinerzeit nicht nur durch sein ultrasachliches Design und die längere Front, die ihn vom niedriger positionierten Opel Rekord unterschied, sondern auch durch Power satt – und zwar serienmäßig. Der Opel Commodore GS, wie er hier in prächtigster Form vorliegt, kam so auf 130 PS und 176 Nm Drehmoment, wenn der 2.5-l-Reihensechser unter der Haube röhrte. Handelte es sich um einen GS 2.8, so standen dem in der Regel sportlich orientierten Fahrer mindestens 140 PS und 214 Nm zur Verfügung.

Gar nicht übel, so ein Porsche Targa. Einfach das Dachteil raus und Sonne tanken. Das geht im Porsche 911 SC nicht nur besonders stilvoll, sondern auch besonders schnell.

Porsche 911 SC in unschuldigem Hellblau ©autorild.de
Mit dem Porsche 911 SC war man ohne Frage für die Außenwelt ein gemachter Mann. Immerhin reichte es zum Elfer und nicht bloß zu einem der damals zunächst kritisch betrachteten 924. Innerhalb der G-Serie stellte der 911 SC bei seinem Erscheinen 1977 zunächst das Einstiegsmodell dar, das dem Porsche Carrera 3.0 untergeordnet war. Der verschwand im Folgejahr, sodass der SC den einzigen Porsche 911 mit natürlicher Beatmung darstellte. 1983 kam der neue Carrera 3.2, was das Ende für den 911 SC bedeutete.

Der Oldsmobile 442 mischte im Muscle Car Wars der 60er Jahre immer fleißig mit, konnte aber nie zu solchen Ehren wie Dodge Charger oder Chevrolet Chevelle kommen.

Oldsmobile 442 – die abgesenkte Front ist ein zarter Tribut an die Aerodynamik ©autorild.de
Dabei war der Oldsmobile 442 beileibe keine lahme Krücke: Unser Fotomodell, ein 442 Coupe des Modelljahrs 1968 weist einen 400 cui V8, einen Vierfachvergaser und eine Zweirohr-Auspuffanlage auf, womit auch die Modellbezeichnung geklärt wäre. Zuvor stand eine der beiden Vieren für das manuelle Vierganggetriebe, doch in vorliegendem Muscle Car obliegt die Kraftübertragung einer Dreistufenautomatik.

Die Volvo 240 Serie war auch als Zweitürer zu bekommen. Als dementsprechender Volvo 242 DL konkurrierte er in der gehobenen Mittelklasse etwa mit Opel Rekord und Ford Granada.

Früher Volvo 242, erkennbar an den Rundscheinwerfern ©autorild.de
Der Volvo 242 ist genau wie der Rest der Volvo 240-Serie weit davon entfernt, sportlich zu sein. Dieses Kunststück gelang bestenfalls dem Volvo 242 Turbo, der nach dem Facelift auf Rechteck-Scheinwerfer 1980 in der europäischen Torenwagenmeisterschaft zum Einsatz kam. An diesem Image waren sowohl die akzeptablen, aber nicht gerade umwerfend dynamischen Volvo-Motoren wie auch das Fahrwerk mit starrer Hinterachse und die tendenziell schwerfällige Karosserieform beteiligt.

"Ram" stand im Hause Dodge schon immer für extrem robuste Nutzfahrzeuge. Klar, dass bei der Kreuzung von Dodge Ram und Dodge Charger nicht langsames herauskam: Das Toptriebwerk im Dodge Ramcharger, der 7,2 Liter Big Block, war absolut nicht ohne.

Dodge Ramcharger - weit über 30 und noch lamge nicht am Ende ©autorild.de
Im Dodge Ramcharger müssen sich die Insassen keine besonderen Sorgen über das Verkehrsgeschehen machen. Die Mopar Antwort neben dem Plymouth Trailduster auf den Ford Bronco wie auch den Chevrolet Blazer schiebt lahmende Kleinwagen, Schneewehen und sonstiges Ungemach mit der Kraft der acht Pötte – 318 bis 440 cui geballte Kraft – genüsslich aus dem Weg. Dank des soliden Rahmens, der als Short Wheel Base auch für den Pick Up Dodge Ram genutzt wurde, sind bleibende Schäden auch eine Seltenheit.

Der Opel Rekord C war als Sondermodell Sprint eine heiße Nummer und dem Commo A am nächsten. Dieser Opel Rekord auch?

Opel Rekord mit Fünfloch-Felgen - generell verdächtig ©autorild.de
Vorliegender Opel Rekord macht es einem nicht einfach: Handelt es sich bei diesem Rekord C Coupe tatsächlich um das Sondermodell Sprint? Folgende Besonderheiten sprechen dafür, dass es ein echter Opel Rekord C Sprint ist: Der Grill mit Sprint-Schriftzug, der sich ebenso auf der – hier nicht sichtbaren – schwarzen Heckblende wieder findet. Doch primär weisen die freshen Stahl-Sportfelgen auf die Echtheit vom Opel Sondermodell hin: Sie tragen die fünf Löcher, mit denen sich der Commodore A von den regulären Rekord-C-Modellen absetzte.